LinaS - Ergebnisse

Ergebnisse

1. Allgemeines

 

Insgesamt gingen 374 Fragebögen in die Auswertung ein. Mit also fast der doppelten Anzahl an Befragten wurde eine deutlich breitere Datenbasis erreicht als in der letzten Erhebung. Angesprochen wurden Kinder, Jugendliche und erwachsene Menschen mit Handicap sowie je nach individueller Situation deren Angehörige bzw. institutionelle Betreuer.

 

Unterschiedliche Institutionen (Frühförderung, Schulen, Werkstatt, Wohnheim, Tagesbildungsstätte, etc.) wurden in die Befragung einbezogen, sodass auch in dieser Hinsicht ein differenzierteres Bild erwartet werden konnte.

 

 

 

Rund 42 % der Befragten sind weiblich, gut 55 % männlich. Der jüngste erreichte Erhebungsteilnehmer war 9 Monate, der älteste 83 Jahre alt.

 

 

 

 

(Hier wie auch bei anderen Fragen haben jeweils einige Befragte keine Angaben gemacht. Aufgrund des geringen Anteils werden diese nicht jeweils genauer erwähnt, sie erschließen sich jedoch aus der jeweiligen Differenz.).

 

Bei der Altersstruktur ergibt sich im Vergleich zur ersten Studie durch den erweiterten Kreis an Befragten eine leichte Verschiebung. Es gab mehr beantwortete Fragebögen sowohl von jüngeren Kindern (früher gut 22 % in der Altersgruppe bis 8 J. – jetzt gut 35 %) wie auch von älteren Teilnehmenden (früher 25 % in der Altersgruppe 30 J. und älter – jetzt ca. 37,5 %).

 

 

 

 

Bei der Herkunft der Befragten ergibt sich aufgrund der beteiligten regionalen Institutionen erwartungsgemäß ein, im Vergleich zur letzten Erhebung, im Grunde identisches Bild. Knapp 60 % kommen aus der Stadt Lingen, gut 11 % aus dem Altkreis Lingen, sowie etwa 25 % aus anderen Orten. Darunter Emsbüren, Haselünne, Meppen und Altkreis Meppen, Spelle, Salzbergen, Bawinkel und einige andere Orte der Region.

 


2. Momentanes Freizeitverhalten

 

Gut 51 % geben an, in ihrer Freizeit einem Hobby oder einer Sportart regelmäßig nachzugehen. Dies sind im Vergleich zur letzten Erhebung 5 % weniger. Eine Wertverschiebung, die sich zunächst möglicherweise aus der höheren Anzahl sehr junger Kinder sowie deutlich älterer Menschen unter den Befragten erklärt.

 

 

 

In Bezug auf das Alter der Befragten ergibt sich, dass in der Altersgruppe bis 8 Jahre, 45,8 % der Kinder einer Freizeitaktivität nachgehen. Eine Differenzierung ergibt sich hier bei näherer Betrachtung der Zahlen: Im Vorschulalter (0 bis 5 J.) sind 41,25 % aktiv, bei den 6- bis 8-Jährigen 52,94 %.

 

 

 

 

Ein Anstieg um 2 % ergibt sich bei der Altersgruppe zwischen 9 und 13 Jahren (jetzt 65,52 % ), eine etwas kleinere Steigerung bei der Altersgruppe zwischen 14 und 29 (jetzt 63,16 statt 62 %).

 

Bei den Menschen über 30 Jahre sind 48,94 % freizeitaktiv (vorher 49%). Hier überrascht bei einer weiteren Ausdifferenzierung, dass in der Altersgruppe über 60 Jahre auch noch 47,82 % der Befragten einem regelmäßigen Hobby nachgehen.

 

Die 191 Aktiven benannten insgesamt 292 aktuelle Sport- bzw. Freizeitaktivitäten, die von ihnen zurzeit ausgeübt werden (Mehrfachnennungen waren möglich). Bei Betrachtung der genannten Freizeitaktivitäten ergibt sich im Vergleich zur ersten Erhebung ein differenzierteres Bild.

 

 

 

 

Die beliebtesten Aktivitäten sind zwar weiterhin Schwimmen, Fußball, Reiten und Tanzen – die Verteilung hat sich jedoch untereinander verschoben. Vor allem aber ergibt sich ein homogeneres Gesamtbild.

 

Die Aktivitäten werden nicht mehr von den beiden beliebtesten Angeboten dominiert. Auch sind neue Betätigungsfelder mit höheren Nennungen hinzugekommen. So sind nun die kirchlichen Gruppen oder beispielsweise THW/Rotes Kreuz mit relevanten Zahlen vertreten. Unter der großen Gruppe der „sonstigen Aktivitäten“ verbergen sich ebenfalls mit relevanten Zahlen z. B. das Kinderturnen (10 Nennungen / 3,4 %) und mit mind. 4 Nennungen Fitnesstraining, Musikschule sowie Radfahren und Walken/Wandern.

 

Hier zeigt sich deutlich, dass sich die Interessen der Aktiven stärker ausdifferenziert haben. Schwimmen, Fußball, Reiten und Trampolin - sowie neu hinzugekommen das Kinderturnen - sind die beliebtesten Hobbys in der Altersgruppe der bis zu 8-Jährigen.

 

Fußball, Reiten und Schwimmen sind am beliebtesten bei den 9-13-Jährigen, für die 14-29-Jährigen sind dies Fußball, Tanzen und Schwimmen.

 

Die 30-59-jährigen Aktiven bevorzugen Schwimmen, Tanzen und Rudern.

 

Bei den über 60-Jährigen werden insgesamt nur noch 5 Aktivitäten überhaupt benannt. Tanzen und Rehabilitationssport sind dabei die häufigsten Nennungen.

 

 

3. Gewünschte Freizeit- und Sportangebote

 

89 % der Befragten wünschen sich eine stärkere Öffnung der regionalen Vereine und Verbände für Menschen mit Handicap. Käme ein entsprechendes Angebot zustande, so würden es 56,9 % sofort nutzen, 31,2 % würden es später nutzen, 11,9 % würden es nicht nutzen. Bei den konkreten Wünschen nach Angeboten gab es 823 Nennungen durch die Befragten (auch hier waren Mehrfachnennungen möglich). Dabei ergab sich folgendes Bild:

 

 

 

 

In der Reihung der am meisten gewünschten Angebote hat sich im Vergleich zur ersten Erhebung wenig geändert. Aber auch hier zeigt sich, dass sich die Wünsche insgesamt gleichmäßiger auf verschiedene Angebote verteilen und die Dominanz einiger weniger Freizeitwünsche abgenommen hat zugunsten einer größeren Differenzierung.

 

 

4. Umsetzung einer Teilnahme


28 % der Befragten benennen Schwierigkeiten, die Teilnahme zu ermöglichen, wenn ein entsprechendes Angebot zustande käme. Dabei werden vor allem Transport/Fahrmöglichkeiten, eine notwendige Begleitung bzw. bei institutioneller Betreuung entsprechende Personalprobleme benannt. Ebenso taucht häufig das Stichwort der Entfernung auf, vereinzelt werden auch Terminprobleme oder finanzielle Schwierigkeiten benannt.

 

38 % der Befragten haben dem Befragungsbogen ihre Kontaktdaten zugefügt und wünschen sich eine Kontaktaufnahme für den Fall, dass ein ihren Wünschen entsprechendes Angebot zustande kommt. Das entspricht 142 Personen.

 

Weitere 12,6 %, also 47 Personen gaben ihre Daten weiter mit dem Wunsch einer allgemeinen Information zum Projekt LinaS.

 

 

5. Die Zielgruppe der „Inaktiven“

 

48,9 % der Befragten geben an, in Ihrer Freizeit bisher nicht regelmäßig einem Hobby oder einer Sportart nachzugehen.

 

Ein Blick auf diese für das Projekt besonders interessante Gruppe der „Inaktiven“ liefert folgende Zahlen:

 

 

 

 

44,8 % würden ein zustande kommendes Angebot, das ihren Wünschen entspricht, sofort nutzen, 30,6 %
würden es später nutzen, 14,2 % würden es nicht nutzen. 29 % benennen mögliche Schwierigkeiten bei der Wahrnehmung eines entsprechenden Angebotes.

 

37,7 % wünschen sich eine konkrete Kontaktaufnahme für den Fall des Zustandekommens eines ihren Wünschen entsprechenden Angebotes. Zusätzliche 12 % wünschen sich direkte Informationen über das Projekt.

 

 

6. Zielgruppe der Aktiven

 

Sehr interessant ist der Vergleich mit denjenigen Befragten, die angaben, bereits regelmäßig ein Hobby oder eine Sportart zu betreiben.

 

 

 

 

49,7 % (und damit deutliche 5 % mehr als bei den „Inaktiven“) würden ein ihren Wünschen entsprechendes Angebot sofort nutzen, 21,5 % würden dies später tun. Nur 6,3 % würden ein Angebot nicht nutzen.

 

37,7 % wünschen sich – obwohl sie bereits ein regelmäßiges Hobby haben - eine direkte Kontaktaufnahme, wenn ein ihren Wünschen entsprechendes Angebot zustande kommt. Das ist ein genauso hoher Satz wie unter den „Inaktiven“.

 

 

7. Regionaler Bezug


Bei der Auswertung der ersten Erhebung blieb die Verteilung der Herkunftsregionen unberücksichtigt. Ein genauerer Blick zeigt hier nun, dass die Zahl der Aktiven in den „sonstigen“ Regionen, also außerhalb der Stadt und des Altkreises Lingen mit 51,1 % identisch ist mit dem Durchschnittswert aller Befragten.

 

Allerdings würden mit 45,7 % deutlich weniger (über 10 %) ein zustande kommendes Angebot sofort, und 22,3 % (knapp 9 % weniger) später nutzen. Gleichzeitig haben allerdings mit 43,6 % überdurchschnittlich viele Befragte dieser Gruppe ihre Kontaktdaten angegeben, um über ein neues, ihren Wünschen entsprechendes Angebot, direkt informiert zu werden.

 

 

Volker Stock

Berlin, Juni 2011

 

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