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Länderübergreifender Austausch zum Inklusionssport in Reutlingen

Frank Eichholt (LinaS-Projektleiter) und Dr. Martin Sowa (Behindertensportabteilung des TSG Reutlingen) im intensiven Gespräch

 

Das Thema Inklusion prägt zurzeit sehr stark die deutsche, aber auch die europäische Debatte. Gerade im Bereich des Sports stehen dabei viele Möglichkeiten offen.

 

 

So kam kürzlich LinaS-Projektleiter Frank Eichholt aus dem niedersächsischen Lingen nach Reutlingen, um sich mit Dr. Martin Sowa, Leiter der Abteilung für Behindertensport des TSG Reutlingen, in einen intensiven Austausch zu begeben.

 

Frank Eichholt hat vor einigen Jahren damit begonnen, in der niedersächsischen Stadt Lingen Sportangebote für Menschen mit Behinderung in ganz normalen Sportvereinen anzubieten. Inzwischen treiben schon über 270 Menschen mit Behinderungen Sport in örtlichen Vereinen. Dieses bundesweit anerkannte Projekt LinaS des Christophorus-Werks Lingen ist deshalb Vorreiter für positive Entwicklungen in der gesamten Bundesrepublik.

 

Auch Dr. Martin Sowa befasst sich, aufbauend auf der jahrzehntelangen Arbeit der TSG Reutlingen-Behindertensportabteilung, mit solchen Inklusionssportprojekten. Eine entsprechende hauptamtliche Stelle soll zeitnah eingerichtet und mit seiner Person besetzt werden.

 

Schon im Vorfeld berieten sich die beiden Verantwortlichen der Initiativen, wie man sich gegenseitig vernetzen und vor allen Dingen voneinander profitieren kann. So stellte Eichholt Sowa umfangreiches Befragungsmaterial zur Verfügung, welches jetzt in Baden-Württemberg eingesetzt werden soll, um zu eruieren, wo die ganz konkreten Interessen der Menschen mit Behinderung in Baden-Württemberg liegen. Aus den Ergebnissen der Befragung können dann Handlungsinitiativen abgeleitet werden.

 

Darüber hinaus wird Sowa für Vorträge und Übungsleiterausbildungen nach Lingen kommen und Eichholt wird in Baden-Württemberg über seine Ergebnisse in Niedersachsen berichten. Gemeinsam wollen die beiden in Fachartikeln über mögliche Wege des Inklusionssportes berichten. Auch die Zusammenarbeit an gemeinsamen Veröffentlichungen, in welchen über praktische Inklusionssportmöglichkeiten berichtet werden soll, ist angedacht. Ebenso sollen bundesweite Netzwerke des Inklusionssports initiiert werden.

 

Die Anfragen von Eltern und Institutionen, welche zurzeit bei Sowa eingehen, sind Indiz dafür, dass das Thema Inklusionssport nicht mehr nur auf dem Papier steht. Es ist ein Thema, das Institutionen, Stadtverbände, Vereine, Schulen und vor allem auch Eltern behinderter Menschen und behinderte Menschen selbst äußerst stark betrifft.

 

Es bleibt zu hoffen, dass Politik, Sport, Sozial- und Gemeinwesen zusammen den Weg beschreiten. Die Wege sind bereitet.

 

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